Vom Aschauer Weiher zur Kneifelspitze
Varianten
Aufstieg Spinnergraben, schwer.
Pistentour
Kalter Saisonstart
Pistentour
Eine eindrucksvolle und abwechslungsreiche Tour, die dich mit einer nahezu ständigen Aussicht auf das majestätische Hochkönigmassiv begleitet. Die Landschaft ist atemberaubend – doch wer die Tour im September angeht, sollte sich nicht zu lange von der Schönheit aufhalten lassen. Ohne Ortskenntnis ist man auf den GPS-Track angewiesen, um den Weg zügig und ohne Umwege zu finden. Wer zu spät aufbricht oder zu viele Pausen macht, riskiert, das letzte Licht des Tages zu verpassen – und das wäre wirklich schade bei einer so grandiosen Route.
GPS Fehlerhafte Messung hm geschätzt
Mit dem Radl von Hammerstiel nach Kühroint und dann mit den Ski weiter ins Watzmann Kar zur Skischarte.
Knackige Feierabenrunde direkt vor der Haustür.
Schwere knackige Kurze Tour, steile Abschnitte fordern ordentlich Druck.
Aufstieg Harschbichl, Abfahrt Firn Bauernfelder
Nach der gestrigen harten Etappe über 2500 hm und knappe 70 km, über sehr unwegsamen und groben Dolomitenschotter war jetzt Entspannung angesagt. Morgens war allerdings noch der Anstieg zum Passo Sommo fällig. Ab hier ging es jedoch gemütlich immer bergab über Folgaria und Roveretto bis nach Torbole. Gute Unterkunft im Hotel Picolo bekommen, allerdings den ganzen Tag Dauerregen. Am nächsten Tag ging es mit einem Shuttleservice nach Innsbruck und dann in Eigenregie nach Hause in Berchtesgaden.v
Die heutige Etappe wird unsere Königsetappe. An der Fuime Brenta entlang ging es nach Süden bis zu einem Großen Gebirgsstock den wir von Ost nach West überqueren wollten. In Masi Orné begann bei ca. 250 m der lange Aufstieg zum Rifugio Barricata Hotel Grigno auf 1600 m. Wiedermal pünktlich 12.30 Uhr aßen wir Mittag, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Weiter ging es stetig bergauf bergab über groben Schotter bis auf 2010 m über die Schlachtfelder des ersten Weltkrieges. Achtung! Es gibt nur eine einzige Wasserquelle nach dem Rifugia Barricata. Bei hohen Temperaturen ist diese Tour nicht zu empfehlen, da vermutlich diese Quelle dann auch nichts mehr hergibt. Für die eigentliche Überquerung ohne dem Anstieg von 1200 hm sollte man 6 – 7 Stunden berechnen, dann sollte man sich -so wie wir- in der Nähe des Käiserjägerweges befinden. In Gionghi war unsere Fahrt zu Ende und wir fanden in einem sehr preiswertem Hotel Albergo Bellaria eine Unterkunft. Insgesamt hat uns diese Etappe 2550 hm abverlangt.
Der heutige Tag versprach endlich mal Sonne. Am gestrigen Tag hab ich noch ein paar Mitstreiter kennen gelernt, die zufälligerweise in die gleiche Richtung fuhren. Start war diesmal etwas später als gewohnt. Heute ging es erst einmal auf den Tognola auf ca. 2000 m. Hier begann ein für mich schwerer Trail (später wieder Forststraße) nach Caoria auf 875 m. Hier war man abseits vom Touristenrummel und man bekam ein Hauptgericht mit Getränk für 6,50 €. Nach dieser Stärkung begann der lange Aufstieg auf den Monte Cauriol da Passo Cinque Croci auf 2100 m. Der tolle blaue Himmel vom Morgen war natürlich weg und es begann noch auf dem Gipfel an zu regnen. Kein Grund länger zu verweilen. Eine ruppige Abfahrt auf groben Schotter schüttelte uns mächtig durch. Erst auf 1345 m war schluss und wir machten Rast im Rifugio Carlettini. Schließlich rollten wir nach Spera ins Suganatal und nahmen das erste Hotel mit einer tollen Aussicht.
Hier startete ich wie immer 8.00 Uhr über Falcade zum Passo Valles auf 2033 m. Pünktlich um die Mittagszeit war dieser erreicht und auch zu Mittag gegessen. Dann ging es weiter etwas bergab, ein Stück Bundesstrasse bis rechts der Abzweig in die Val Venegia begann. Ein langes Tal, in dem es immer leicht ansteigend und am Ende in einigen Serpentinen bis zum Passo di Rolle auf 2200 m geht. Leider war die Sicht nicht sehr besonders aber ab und zu riss die Nebeldecke auf. Bei leichtem Regen ging es dann nach San Martino di Castrozza ins Hotel Jolanda.
Leider war es morgens um 8.00 Uhr nebelig und frisch. Die Abfahrt nach Schluderbach in Richtung Cortina weiter über das Skigebiet westlich von Cortina war sehr schnell erledigt. Erst der Aufstieg durch die immer noch sehr schwüle aber gleichzeitig auch kalte Witterung machte es nicht gerade einfach. Mittlerweile war meine zweite Garnitur ebenfalls nass. Auch am Rifugio 5 Torri war es frisch und windig. Kurz vor 12.00 Uhr war ich da, machte Mittag und es ging dann bis auf 2400 m zum Rifugio Averau. Nach einer ruppigen Abfahrt erreichte ich die Bundesstrasse unterhalb des Passo di Giau und erreichte mein Ziel das Hotel Garni La Nava in Lago Alegre am frühen Nachmittag.
Bei frischen Temperaturen aber doch schon sehr dampfig startete ich um 8.00 Uhr durch das Defreggental und durch Waldwege am linken Tal in Richtung Staller Sattel bis zur befestigten Strasse. Ankunft an der Ampel am Paß war 11.18 Uhr. Die Abfahrt ist aber immer nur ab der vollen Stunde für jeweils 15 min. gestattet. Es ist aber bei zügiger Fahrt in 10 min zu bewältigen. In Welserberg war erst einmal Rast, bevor es auf die Plätzwiesenhütte (2050 hm) in die Unterkunft ging.
Bei recht kaltem aber recht sonnigem Wetter sollte heute der Alpenpass über den Felbertauern bezwungen werden. Es stellte sich jedoch bald heraus das der gestrige Tag etwas zu hart war und ich mich entschied den bequemeren Weg durch den Felbertauerntunnel zu wählen. Es waren schließlich trotzdem fast 1000 hm bis zum Einstieg zu bewältigen, abgesehen vom lebensgefährlichen Verkehr. Für 18,- € wird man vom nördlichen zum südlichen Tunnelportal gefahren. Nach einer Rast in Matrai ging es nach St. Jacob ins Defreggental.
Start war um 6.00 Uhr, schlechtes Wetter war aber schon ab der Mittagszeit angesagt. Trotz für das am Vormittag gut angesagte Wetter regnete es immer wieder mal leicht und der Himmel war bis zur Mittagszeit in Wolken gehüllt. Der Weg führte mich vom Hintersee über den Römersattel nach Fieberbrunn, über die Spielbergalm (Mittagessen)nach Saalbach-Hinterglemm, über die Hackelbergalm und dem Klingertörl schließlich nach Uttendorf. Es war zur Hackelbergalm recht sonnig bis mich schließlich die vorhergesagte Kaltfront kurz unter dem Klingertörl mit heftigen Böen, Nebel und starkem Niederschlag auf 2100 m überraschte. Im strömenden Regen ging es schließlich nach 2900 hm und 90 km hinunter nach Uttendorf in die Unterkunft Pension Koch.
Nach Insektenstich mit allergischer Reaktion und Sturz und schlechtem Wetter Abruch kurz vor Cortina.
Nach einem relativ spartanischem Frühstück ging es gleich ansteigend von 800 m.ü.n.N. ins Defreggental überHopfgarten und St. Jacob auf knapp 2050 m.ü.n.N. also 1250 hm zum Staller Sattel. Hier gab es einen kleinen Imbiß bis es anschließend durch eine Ampelschaltung geregelt, ins Antholzer Tal weiter nach Antholz, Welsberg und schlußendlich Toblach dem Ziel der heutigen Etappe ging.
Nach einer ruhigen Nacht im Hotel Koch begann für mich die Fahrt in eine ungewisse Alpenhauptkammüberquerung. Leider war das Wetter alles andere als Einladend. Es nieselte so vor sich hin. Von Uttendorf auf 780 m.ü.n.N. bis zur Talstation waren es etwa 700 hm. Für mich genug in Anbetracht der Wetterlage. Ab hier ging es mit der Seilbahn bis zur Rudolfshütte auf ca. 2500 m.ü.n.N. Ab hier ging es erst einmal nach einer kurzen aber wichtigen Stärkung und Aufwärmung rund 200 hm abwärts um dann im dichtesten Nebel Richtung Kalser Tauern wieder aufzusteigen. Nach der Umgehung des Weißsees erfolgte der Aufstieg durch feuchtes, Schroffes und mit nicht wenigen Schneefeldern bedecktem Gelände. Schließlich erreichte ich den Kalser Tauernpaß und sah im Nebel ein scheinbar unendliches Schneefeld in Richtung Oberer See auf der Osttiroler Seite. Glücklicherweise war die Fläche am Ende doch überschaubar. Ab seinem Ende war es schlußendlich doch eine ziemliche Quälerei bis zum Dorferer See. 4 Stunden schieben und tragen, keine Möglichkeit zum fahren, völlig duchweichte nasse Schuhe aber glücklicherweise kein Nebel und moderate Temperaturen hatten es in sich. Jedenfals als Alpenhauptkammüberquerung nur bedingt empfehlenswert. Man ist dabei in jedem Fall ein Exot. Irgendwann erreicht man den Dorfer See und erst weit nach dem Ende des Sees beginnt der fahrbare Bereich, also etwas oberhalb der Kalser Tauernhütte. Den Umstand das das Radlfahren durch die nachfolgende Klamm verboten ist vernachlässigen wir mal in Anbetracht der Umstände. In Huben im Cafe Lander’l war meine heutige Etappe zu Ende.
Diese Tour sollte nicht über einen gewöhnlichen Alpenhauptkammpass führen. Zwischen dem Tauernpass und dem Felbertauernpass befindet sich noch der Kalser Tauern über den man auch bei nicht so gut klimatischen Verhältnissen mittels Aufstiegshilfe und sogar einer Berghütte im Stil eines Luxushotels den Alpenhauptkamm überqueren kann. Um an den Einstieg zu kommen war es notwendig -ohne nur auf Bundesstraßen in den Tälern ausweichen zu müssen- ca. 3000 hm zu überwinden. Dafür benutze ich immer meinen Klassiker: Berchtesgaden Hirschbichl Weißbach Römersattel Fieberbrunn Spielbergalm Sallbach Hinterglemm Hackelberger Alm Seetörl Klingerltörl Uttendorf oder Kaprun.
Die letzte Etappe: Von Forni Avoltri zum Ziel in Villach
Ein wunderschöner Morgen begrüßte mich zu meiner letzten Etappe. Vom kleinen Ort Forni Avoltri aus begann der erste Anstieg, der mich hinauf auf etwa 2100 Meter führte. Die Sonne zeigte sich schnell von ihrer stärkeren Seite, sodass es zügig warm wurde – ich musste mich beeilen, um bei angenehmen Temperaturen den Gipfel der Martinihöhe zu erreichen.
Der Weg war durchweg gut fahrbar, ohne große Steigungen, sodass ich das Panorama voll und ganz genießen konnte. Oben am Gipfel war bereits früh am Tag recht viel Betrieb. Ich verweilte nur kurz, bevor ich mich auf den Weg in östlicher Richtung zum Plöckenpass machte.
Kurz vor der Bundesstraße, die zum Pass führt, bog ich rechts ab und nahm die sogenannte „Abkürzung“ – eine Strecke, die ich schiebend und tragend bewältigen musste. Ob es ein Umweg oder doch eine Abkürzung war, bleibt wohl Geschmackssache. Doch ich erreichte schließlich den Pass, wo das erste österreichische Lokal, das Plöckenhaus, zu einer wohlverdienten Pause einlud.
Von dort ging es in einem gemütlichen, aber flotten Gefälle mit rund 500 Höhenmetern hinunter nach Kötschach Mauten. Direkt am Fluss Gail, der dem Tal seinen Namen gibt, fasste ich den Entschluss, die letzten rund 90 Kilometer bis nach Villach durchzufahren.
Diese letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi, doch irgendwann hatten sie keine Chance mehr – ich erreichte mein Ziel! Nach insgesamt 584 Kilometern und über 14.000 Höhenmetern genoss ich am Ufer der Drau in Villach endlich ein frisch gezapftes Bier.
Die Übernachtung? Dieses Mal völlig kostenlos – bei meinen Eltern. Ein perfekter Abschluss einer langen, eindrucksvollen Reise.
Auf zu den Drei Zinnen und weiter nach Forni Avoltri
Nachdem es am gestrigen Abend und in der Nacht heftig geregnet und gestürmt hatte, startete ich heute früh bei frischen 8 °C in Richtung der legendären Drei Zinnen. Von Misurina aus folgte ich der gebührenpflichtigen Mautstraße, die mich gemächlich auf etwa 2100 Meter Höhe brachte. Der Weg führte mich vorbei an der Aronzo-Hütte, die sich malerisch unterhalb der markanten Gipfel der Drei Zinnen befindet, bis zur Lavaredo-Hütte.
Hier drehte ich um und nahm einen Pfad zwischen den beiden Hütten in südöstlicher Richtung. Der Abstieg führte mich vorbei an einem in der Ferne liegenden See, dem Auronco di Cadore – ein traumhafter Blick, der die Strapazen des Weges mehr als wettmachte. Ob man auf diesem Abschnitt wirklich fahren kann oder lieber schieben sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden – der Weg ist teils anspruchsvoll und nicht ohne Herausforderungen.
In Cima Gogna verließ ich schließlich die Hauptstraße und bog auf die alte, inzwischen verfallene Bundesstraße ab, die Richtung Norden führt. Dieser Abschnitt entpuppte sich als echtes Abenteuer: enge Schluchten, durch die ich immer links an zahlreichen, zum Teil eingestürzten Tunneln vorbeifuhr, hunderte Meter tiefe Löcher in der Fahrbahn und spektakuläre Tiefblicke.
Die Strecke führte mich weiter nach Santo Stefano di Cadore und von dort schließlich nach Forni Avoltri, wo ich im Albergo Piani Di Luzza mein Quartier für die vorletzte Etappe bezog – ein wohlverdienter Ruhepunkt nach einem Tag voller eindrucksvoller Eindrücke und bewegender Landschaften.
Von Montal durch die Große Fanes zum Lago Misurina
Von Montal aus startete ich mit einem ersten kurzen, aber knackigen Anstieg: etwa 200 Höhenmeter entlang der Bundesstraße nach Enneberg, wobei ich stets links hielt. Schon hier offenbarte sich die Schönheit dieser Region – die Straße schlängelte sich als herrliche Panoramastraße dahin und hielt die Höhe, sodass ich die atemberaubende Landschaft in vollen Zügen genießen konnte.
Nach ungefähr einer Stunde erreichte ich St. Vigil, den Ausgangspunkt für den nächsten Abschnitt meiner Tour. Direkt von dort fuhr ich in das malerische Tal des Nationalparks Große Fanes hinein – eine nahezu unberührte Naturkulisse, die mit jedem Meter mehr Ruhe und Weite schenkte.
Nach einiger Zeit lichtete sich der Wald und ich stand plötzlich an der Pederühütte, einem idyllischen Fleckchen, das den Übergang markierte. Ab hier ging es nun relativ zügig weiter bergauf, bis auf etwa 2000 Meter Höhe – eine sportliche Herausforderung, bei der genügend Wasser unbedingt mitgeführt werden sollte.
Die Strecke führte weiter zur oberen Fanesalm, wo noch etwa 100 Höhenmeter auf mich warteten. Oben angekommen, wurde ich mit dem Anblick eines kleinen, klaren Bergsees belohnt – der höchste Punkt dieses Abschnitts. Ein Moment zum Durchatmen und Staunen, bevor es weiterging.
Der Weg führte mich hinunter nach Fiames. Die ursprünglich geplante Route, die unterhalb der imposanten Schuttablagerung verläuft, habe ich diesmal aufgrund instabilen Wetters ausgelassen – eine vernünftige Entscheidung angesichts der Bedingungen.
Über den Passo Tre Coci setzte ich die Fahrt fort, bis ich schließlich den Lago Misurina erreichte – das Ziel meiner heutigen Etappe und ein wunderschöner Abschluss eines ereignisreichen Tages.
Zwischen Pfitscher Joch und Montal
Im Hintergrund ragte das beeindruckende Pfitscher Joch empor, während im Vordergrund meine Unterkunft wartete – ein Ort, der an diesem Tag zum wohlverdienten Ruhepol wurde. Mein Versuch, das Pfunderer Joch zu bezwingen, scheiterte bereits nach etwa 300 Höhenmetern. Der gestrige Tag hatte seine Spuren hinterlassen – die Erschöpfung war einfach zu groß.
Also machte ich mich auf den Weg, der mich auf der nervigen, vielbefahrenen Bundesstraße nach Sterzing führte. Die Hitze war kaum zu ertragen, irgendwo zwischen Sterzing und Brunneck gönnte ich mir ein kühles Eis, das dringend nötig war, um die drückende Wärme zu ertragen.
Kurz vor Brunneck traf ich auf einen einheimischen Mountainbiker, der mir eine Abkürzung empfahl. Diese führte mich schließlich in das idyllische Montal, wo für mich die Fahrt an diesem Tag endete. Eine Weiterfahrt nach St. Vigil hätte nochmal etwa 400 Höhenmeter bedeutet – und wohl auch eine entsprechend hohe Übernachtungssumme.
Erst jetzt wurde mir so richtig bewusst, wie sehr die Dolomiten im August von Touristen, vor allem Italienern, überflutet sind und wie ordentlich in den Hotels verdient wird. Das einzig verfügbare Zimmer war im Lanerhof – angeblich nur noch ein Einzelzimmer, aber für stattliche 114 Euro.
Doch der Schein trügte: Die Klamotten durften draußen trocknen, das Buffet war schlichtweg unschlagbar. Ich habe wohl für mindestens 50 Euro gegessen – damit relativierte sich der Preis schnell. Nach Abzug von Frühstück, zweimal Duschen, Waschen der Klamotten und sogar neuen Badelatschen kam ich schlussendlich auf umgerechnet rund 40 Euro – ein faires Geschäft.
Ein anstrengender Tag, ja, aber auch einer, der zeigte, wie viel Charakter eine Reise hat – mit kleinen Rückschlägen, unerwarteten Begegnungen und den großen Momenten der Erholung.
Von Neukirchen zum Schlegeisstausee
Um 8:30 Uhr startete ich in Neukirchen und setzte meinen Weg in Richtung Gerlospass fort. Die Strecke führte zunächst entlang der alten Gerlosbundesstraße, die mit ihrem sanften Auf und Ab bereits einen Vorgeschmack auf die kommenden Höhenmeter gab. Über Königsleiten und vorbei am glitzernden Gerlosstausee genoss ich die klare Bergluft und die beeindruckende Landschaft.
Unterwegs traf ich einen sympathischen Radfahrer aus Frankfurt, der gerade eine Rundtour durch die Zillertaler Alpen absolvierte. Ein kurzer Austausch, ein gemeinsames Lächeln – solche Begegnungen sind es, die das Reisen so besonders machen.
Vom Gerlospass führte der Weg dann zügig bergab nach Zell am Ziller und weiter nach Mayrhofen. Die Straßen waren gut asphaltiert und machten das Fahren angenehm flott.
Doch damit war der Tag noch nicht vorbei: Ab Mayrhofen begann der Anstieg zum Schlegeisstausee. Bereits aus einiger Entfernung war die mächtige Staumauer zu erkennen, doch sie schien einfach nicht näher kommen zu wollen. Jeder Tritt in die Pedale brachte mich zwar ein Stück voran, doch die beeindruckende Größe dieses Bauwerks ließ den Aufstieg länger wirken als gedacht.
Über das Stangenjoch zum Wildkogel
Start war um 8:30 Uhr – angenehm temperiert und bei bester Laune. Gleich zu Beginn präsentierte sich der Tag von seiner schönsten Seite: Der Weg schlängelte sich als echter Panoramaweg dahin, und was mir geboten wurde, war schlichtweg eine Augenweide. Der 360°-Rundumblick war spektakulär – Berge soweit das Auge reicht, ein klarer Himmel, und die Ruhe der frühen Morgenstunden.
Auf etwa 1800 Höhenmetern erreichte ich den höchsten Punkt dieses Abschnitts, bevor es in eine fließende Abfahrt hinunter zum Aschauer Höhenweg ging. Hier begegnete ich den ersten anderen Radlern – sie kamen aus Aschau und fuhren in entgegengesetzter Richtung. Ein kurzer Gruß, ein wissendes Nicken – jeder wusste, was der Tag noch bringen würde.
Dann begann der Aufstieg zum Stangenjoch – ein Abschnitt, der mir noch bestens in Erinnerung war. Letztes Jahr hatte ich diesen Übergang bei strömendem Regen und gefühlt in Endlosschleife überwunden. Heute war das Wetter auf meiner Seite, aber der Anstieg hatte nichts von seiner Mühsamkeit eingebüßt. Jeder Höhenmeter musste erarbeitet werden – Schritt für Schritt, Pedalumdrehung für Pedalumdrehung.
Oben angekommen, war der Lohn wie immer die Aussicht – und die Vorfreude auf die nächste Station: die Baumgartenalm. Und ja, es gab natürlich wieder ein Schnaps’erl, das hier fast schon traditionell dazugehört. Warm, kräftig und genau richtig, um neue Energie zu tanken.
Frisch gestärkt ging es dann in den finalen Anstieg des Tages – hinauf zum Wildkogel auf rund 2200 Metern Höhe. Die Strecke war fordernd, aber gut fahrbar, und oben angekommen, wurde ich erneut mit einem atemberaubenden Panorama belohnt: der Großvenediger thronte in der Ferne, klar erkennbar und eindrucksvoll wie eh und je.
Ich hätte gern hier oben übernachtet – aber leider war alles ausgebucht. Also blieb nur noch der Weg hinunter nach Neukirchen, der mir nach den bisherigen Höhenmetern wie ein gemütlicher Ausklang erschien.
Ein weiterer großartiger Tag in den Bergen – mit Sonne, Ausblicken, Schweiß, Schnaps und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.
Von Bischofswiesen zum Hahnenkamm
Start war um 7:30 Uhr in Bischofswiesen – bei frischer Morgenluft und noch halb verschlafener Umgebung. Die erste Etappe führte mich durch die wildromantische Landschaft von Ramsau, über das Wachterl und weiter nach Unterjettenberg. Von dort ging es über Unken stetig bergauf ins auf etwa 1000 Meter Höhe gelegene Heutal – ein wunderschön eingebettetes Hochtal, das noch so früh am Tag fast menschenleer war.
Von hier führte mich der Weg weiter über die Winkelmoosalm, ein echter Klassiker unter den Alpenrouten, und schließlich hinauf zur Steinplatte. Auf rund 1550 Höhenmetern begann dann die rasante Abfahrt über die kurvige Mautstraße nach Waidring – und hier wurde es kurz spektakulär: Just in dem Moment, als sich die Schranke am unteren Ende der Straße schloss, rutschte ich mit einem beherzten Schwung noch gerade so durch – begleitet von kreischenden Frauenstimmen. Knapp, aber filmreif.
In Erpfendorf legte ich eine verdiente Rast ein – Spaghetti Bolognese standen auf dem Speiseplan und lieferten dringend benötigte Energie. Von dort ging es dann ganz entspannt immer entlang der Arche bis nach St. Johann in Tirol – die Kulisse zunehmend geprägt vom massiven, stets präsenten Wilden Kaiser, der sich beeindruckend über das Tal erhebt.
Ab St. Johann nahm ich den Römerweg in Richtung Kitzbühel – ein ruhiger, landschaftlich reizvoller Abschnitt, auf dem man gut Tempo machen kann. Direkt in Kitzbühel, an der berühmten Hahnenkamm-Abfahrt, begann dann der letzte große Anstieg des Tages: der Weg hinauf zum Hahnenkamm.
Über die Melkalm führte der Weg in Serpentinen weiter bergauf. Die letzten 100 Höhenmeter zogen sich – aber das Ziel war zum Greifen nah: der Gasthof Hocheck, direkt unterhalb des Gipfels. Hier endete meine erste Etappe – müde, aber zufrieden mit einem großartigen Auftakt in meine Tour.
Letzter Tag: Im Regen zum Gardasee
Der letzte Tag meiner Transalp begann… nass. Strömender Regen prasselte auf Bartoldi herab – kein sanftes Tröpfeln, sondern ein richtiges Unwetter. Bis 9:30 Uhr wartete ich ab, dann ließ der Regen zumindest etwas nach. Ursprünglich hatte ich gestern noch bis Carbonare fahren wollen, aber nach der Ankunft in Bartoldi – und angesichts der überraschend großen Auswahl an Unterkünften – entschied ich mich spontan für das Hotel Caminetto. Eine gute Entscheidung, wie sich heute zeigen sollte.
Die Wetterlage zwang mich, meine geplante Route umzustellen. Stattdessen ging es nun über Carbonare, San Sebastiano und den Passo Sommo Richtung Folgaria, vorbei am beeindruckenden Castel Beseno. Mein Ziel: die erste Tankstelle auf etwa 200 Metern Höhe. Ein einfacher Ort, aber in diesem Moment wurde er zu einem rettenden Anker.
Die Bedingungen waren brutal: 1200 Höhenmeter im strömenden Regen, dazu dichter Nebel, kalter Wind – und vor allem: sieben Tage Transalp in den Beinen. Mein Körper war am Limit. Ich war kurz vor dem Kollaps.
An der Tankstelle bestellte ich mir zwei Kannen heißen Tee – und dazu zwei große Gläser Rum. Die Wirkung war unmittelbar: Die Wärme breitete sich aus, meine Finger hörten auf zu zittern, der Blick wurde wieder klarer. Der Barkeeper wollte dafür nur 5 Euro. Ich muss ziemlich mitgenommen ausgesehen haben – und vielleicht war da auch ein wenig Mitleid im Spiel.
Erst jetzt, kurz vor dem Ziel, sah ich zum ersten Mal andere Radfahrer. Etwa zehn Kilometer vor Torbole, nass, aber entschlossen – auch sie unterwegs zum Gardasee.
Und dann war es so weit: Die letzte Abfahrt, die letzten Meter – nur noch bergab. Und mit jedem Kilometer wurde das Gefühl intensiver. Erleichterung. Stolz. Und leise Wehmut.
Nach 520 Kilometern und 13.500 Höhenmetern war es geschafft.
Der Gardasee lag vor mir. In der Ferne glitzerte das Wasser, und während die Bremsen langsam abkühlten, musste ich mich zusammenreißen, um meinen Emotionen nicht einfach freien Lauf zu lassen. Es war ein Moment, der alles aufwog – den Regen, die Kälte, die Müdigkeit. Ein Moment, den man nicht vergisst.
Am nächsten Morgen, um 8:00 Uhr, dann die Rückreise. Mit dem Shuttlebus nach Innsbruck, von dort mit dem Zug nach Salzburg.
– Ende einer Reise.
Über den Manghenpass nach Bartoldi
Start war wie immer um 8:00 Uhr, diesmal mit dem Ziel: der Manghenpass. Schon am Vorabend, bei einem rustikalen Essen in Tesero, hatte ich drei Norddeutsche Rennradfahrer kennengelernt, die ebenfalls vorhatten, am nächsten Morgen über den Pass zu fahren. Doch gesehen habe ich sie unterwegs nicht mehr – vermutlich hatte der Rotwein des Vorabends ihnen einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht.
Meine eigene Fahrt begann mit einem kleinen technischen Rückschlag: Ich wollte nur schnell die Bremsbeläge wechseln, stellte aber bald fest, dass mir jegliches Werkzeug dafür fehlte. Sofort erinnerte ich mich an die geöffnete Tasche oben am Tauernpass – und mir war klar, wo das Zeug geblieben war.
Oben am Manghenpass, auf gut 2000 Metern, war es ungewöhnlich kalt. Die Hütte war geöffnet, aber leider nicht beheizt – was die Pause dort eher kurz hielt. Ich fragte den Wirt nach der Wetterprognose für die nächsten Tage: Nichts Gutes. Bereits für den Nachmittag war Regen angekündigt, der Freitag sollte sogar den ganzen Tag verregnet sein – und zwar überall in der Region.
Also hieß es: Abfahrt – und zwar zügig. Doch unterwegs zeigte sich schnell, wie abgelegen dieser Abschnitt wirklich ist. Kaum Höfe, keine sichtbaren Unterkünfte – nur Wald, Kurven und Stille. Erst oberhalb von Carzano entdeckte ich eine kleine Wirtschaft – eine willkommene Gelegenheit für eine warme Mahlzeit.
Es gab Spaghetti Bolognese – und dazu ein Bier, eher versehentlich bestellt, aber durchaus willkommen. Ich nutzte die Zeit zum Durchatmen. Das Tal war nicht mehr weit, aber der Weg dorthin verlief wellig – ständig bergauf und bergab. Ich musste das Tempo drosseln, um am Ende nicht völlig leerzulaufen.
Unten angekommen, fuhr ich durch scheinbar endlose Apfelplantagen, die das Tal wie ein grünes Muster durchzogen – ein schöner Kontrast zum schroffen Hochgebirge zuvor. Bei Levico Terme begann dann der Anstieg auf dem sogenannten Kaiserweg, der mich über einige enge Serpentinen nach Bartoldi brachte.
Das Wetter sah inzwischen bedrohlich dunkel aus, und kurz darauf begann es auch schon leicht zu nieseln. Glücklicherweise beruhigte sich die Lage wieder, bevor es richtig ungemütlich werden konnte.
Über die Sella-Runde, Bindelweg und weiter ins Fleimstal
Nach einer erholsamen Nacht im Hotel Monti Pallidi ließ es sich gut in den Tag starten. Wie gewohnt saß ich um 8:00 Uhr im Sattel. Die kühle Morgenluft begleitete mich die ersten Serpentinen hinauf von Corvara in Richtung Passo Campolongo. Kurz vor dem Pass bog ich rechts ab – vorbei am Golfplatz von Alta Badia – hinauf zur Sella-Runde, mein erstes Ziel: das Rifugio Marmotta.
Unweit davon, etwas versteckt oberhalb, liegt die Prolongiahütte, die ursprünglich als gestrige Unterkunft geplant war. Doch die Zeit hatte nicht mehr gereicht, also blieb es bei der Notiz im Kopf für „ein andermal“.
Von Arabba aus begann der Anstieg zum Passo Pordoi – eine bekannte Passstraße, die sich in vielen Kehren durch die felsige Dolomitenlandschaft zieht. Doch auf etwa 1975 Höhenmetern verließ ich die Straße und bog nach links ab – hinein in ein deutlich ruppigeres Gelände. Der Schotterweg Richtung Marmolada war grob, steil und erinnerte mich endlich mal wieder an die Berchtesgadener Heimatberge.
Kurz unterhalb der Seilbahnstation war es dann endgültig vorbei mit Fahren. Das Gelände war so steil und von grobem Schotter übersät, dass nur noch Schieben – oder Tragen – half. Auf 2460 Metern Höhe erreichte ich schließlich den Sattel, und was sich dort vor mir auftat, war einfach überwältigend: ein grandioser Blick auf die Marmolada, den höchsten Gipfel der Dolomiten.
Hier begann der Bindelweg – ein berüchtigter, schmaler Höhenweg mit großartigem Panorama. Ein Einheimischer warnte mich eindringlich davor, den Weg mit dem Rad zu befahren: zu gefährlich, zu schmal, und offiziell verboten unter 1,50 m Breite – Strafe: 180 Euro. Der erste Abschnitt von etwa 500 Metern, direkt nach der Seilbahn, ist ohnehin nur etwas für Lebensmüde.
Der Pfad wurde zwar später etwas breiter, aber sobald der Weg vom Stausee einmündet, war an Fahren trotzdem nicht zu denken – zu viele Wanderer, zu wenig Platz. Erst ab dem Rifugio Viel del Pan auf etwa 2130 Metern war der Weg breit genug, um wieder in den Sattel zu steigen und entspannt bis zum Passo Pordoi zu rollen.
Von dort ging es dann über Canazei, Moena und Ziano di Fiemme weiter durch das wunderschöne Fleimstal – vorbei an herbstlich gefärbten Wäldern und stillen Bergdörfern – bis nach Tesero, wo bereits meine Unterkunft auf mich wartete.
Von Reischach über den Kronplatz nach Corvara in Badia
Die Nacht verbrachte ich im Hotel Olympia in Reischach – kein Schnäppchen, aber absolut stimmig, was Preis und Leistung anging: moderner Wellnessbereich, Pool, alles da. Nur leider: keine Zeit für Entspannung. Der nächste Abschnitt wartete schon.
Punkt 8:00 Uhr ging es los – der Weg führte mich in zahlreichen Serpentinen steil hinauf auf den Kronplatz. Immer wieder wechselte ich die Seite, quälte mich höher, bis schließlich unterhalb der Bergstation auf etwa 2100 Höhenmetern Schluss war. Mein Körper streikte. Ich spürte grippeähnliche Symptome, hatte Schüttelfrost – und das bei fast 30 °C. Entweder waren es noch die nassen Klamotten vom Vortag oder einfach die Nachwirkungen der gestrigen Überquerung des Alpenhauptkamms. Wahrscheinlich beides.
Ich beschloss, die Etappe abzubrechen und fuhr rechts hinunter Richtung Furkelpass. Dort legte ich eine dringend nötige Pause ein – diesmal kein Kuchen, sondern eine ordentliche Portion Nudeln und gleich zwei Johannisbeerschorlen. Mein Körper brauchte Energie, Flüssigkeit und vor allem Wärme.
Nach der Rast ging es weiter über St. Vigil, zunächst wieder in Serpentinen, dann immer entlang der Skipiste, quer über den Kamm hinab nach Giogo Piccolo. Die Landschaft öffnete sich, die Temperaturen wurden angenehmer, und mit jeder Kurbelumdrehung schien es mir körperlich besser zu gehen.
Da ich mich dennoch noch nicht ganz fit fühlte, entschied ich mich für eine entspannte Abfahrt ins Tal und fuhr weiter nach Corvara in Badia. Auf der linken Seite begleitete mich dabei ein beeindruckender Anblick: die mächtige Kreuzkofelgruppe, hinter der sich die sagenumwobenen Fanes verstecken. Weiter vorne, über dem Tal, thronte der Sassongher, dessen schroffe Flanken bereits den Übergang zum Grödner Joch markieren.
In Corvara angekommen, checkte ich im Hotel Monti Pallidi ein. Der Blick aus meinem Zimmer: ein Panorama wie gemalt – Dolomiten pur. Und zum ersten Mal an diesem Tag konnte ich durchatmen. Körperlich war ich noch nicht ganz zurück – aber die Richtung stimmte wieder.
Über die Krimmler Wasserfälle und den Tauernpass nach Südtirol
Heute ging es um 8:00 Uhr in Neukirchen los, mit Ziel Krimmler Wasserfälle – einem der imposantesten Wasserfälle Europas. Am Eingang zum Fußweg, der direkt an den Fällen entlangführt, erwartete mich ein kleines Kassenhäuschen. Ich wollte eigentlich Eintritt zahlen und zu Fuß weiter – doch das Rad hätte ich am Eingang stehen lassen müssen. Keine Option. Also blieb mir nur der Weg über die Versorgungsstraße.
Wenig einladend: ein enger, unbeleuchteter Tunnel – etwa 300 Meter lang. In dem Moment hatte ich absolut keine Lust, mich durch diese Röhre zu quetschen. Glücklicherweise entdeckte ich auf halber Strecke eine Möglichkeit, vom Fahrweg auf den Fußweg zu wechseln. So gelangte ich tunnel- und menschenfrei ins Tauerntal. Früh am Morgen war hier noch niemand unterwegs, und das erste Licht der Sonne machte die Szenerie trotz der frischen Temperaturen besonders stimmungsvoll.
Der Weg führte stetig bergauf, vorbei an rauschendem Wasser und immer weiter hinein ins Tal. Mein erstes Ziel: die Tauernhütte. Dort erwarteten mich Tee und ein Stück Kuchen – einfach, aber genau das Richtige. Kein einziger Radfahrer weit und breit. Nur ich, die Natur und der stetige Klang der Krimmler Ache, die mich Richtung Gletscher der Großvenedigergruppe begleitete.
Im oberen Abschnitt des Krimmler Achentals traf ich schließlich auf den alten Säumerweg. Im Rücken lagen nun die Wasserfälle und das weite Krimmler Tauerntal, vor mir die Alpenkulisse auf knapp 2000 Meter Höhe. Nach der letzten Alm war Schluss mit Fahren – ab hier war Schieben angesagt.
Ein Südtiroler, der mir entgegenkam, warnte mich: Die Südseite sei tückisch – feiner Schiefer und breite Abflussrinnen, perfekte Kombination für Reifenpannen. Seine Worte überzeugten mich, das Rad zu schieben und teilweise sogar zu tragen.
Bis zum Tauernpass waren es noch rund 750 Höhenmeter. Oben angekommen, öffnete sich der Blick zurück nach Österreich – und gleichzeitig voraus nach Südtirol. Hier bemerkte ich, dass sich der Reißverschluss meiner Satteltasche geöffnet hatte. Nur noch der Zipfel der Batterientüte schaute heraus – Glück gehabt.
Nach einer weiteren Schiebepassage von etwa 650 Metern auf rund 2000 Meter Höhe erreichte ich die Tauernalm. Dort traf ich auf vier Downhiller, die versuchten, die Route zu fahren. Ergebnis: sieben Reifenpannen – der Südtiroler hatte nicht übertrieben. Auch auf dem letzten Stück hinunter ins Ahrntal mussten noch einmal etwa 100 Höhenmeter geschoben werden – und die Downhiller hatten erneut einen Platten.
Ab hier ging es dann zügig bergab. Auf direktem Weg fuhr ich nach Bruneck und schließlich weiter nach Reischach, am Fuße des Kronplatzes, wo bereits meine Unterkunft wartete.
Etappe durch Regen, Nebel und eisigen Wind
Die Nacht verbrachte ich im Hotel Steirerhof, einer einfachen, aber sehr angenehmen und preiswerten Unterkunft – genau das Richtige nach einem langen Tag in den Bergen. In der Nacht hatte es geregnet, doch ich hoffte beim Aufwachen noch auf Wetterbesserung.
Mit vorsichtigem Optimismus startete ich den Aufstieg zur Fleckalm. Doch schon bald begann es erneut zu regnen, und dichter Nebel legte sich über die Landschaft. Die Sicht wurde schlechter, der Weg rutschiger – ein Vorbote dessen, was noch kommen sollte.
Nach dem Pengelstein verschärften sich die Bedingungen zusehends: Der Regen wurde stärker, Sturzbäche flossen über die Wege, und ein eisiger Wind peitschte mir ins Gesicht. Aus einer anspruchsvollen Etappe wurde ein echter Kampf. Jeder Höhenmeter forderte Kraft und Nerven. Das Stangenjoch erreichte ich schließlich mit letzter Energie – völlig durchnässt, frierend, aber entschlossen, irgendwie ins Tal zu kommen.
Doch die erhoffte Erleichterung blieb zunächst aus. Der Abstieg zog sich, und die Höhenmeter schienen einfach kein Ende zu nehmen. Gerade als die Kälte langsam zur echten Gefahr wurde, tauchte sie auf – die Baumgartenalm, wie eine rettende Insel im Sturm.
Der Wirt stand schon in der Tür, als hätte er mich erwartet – mit einem Schnaps in der Hand, der nicht nur wärmte, sondern auch neuen Lebensgeist weckte. Zwei Stunden durfte ich dort meine nassen Sachen trocknen, aufwärmen und wieder zu Kräften kommen. Danach ging es weiter nach Neukirchen, wo ich diesen Tag endlich hinter mir lassen konnte.
Leider gibt es von dieser Etappe keine Fotos – das Wetter war einfach zu extrem, und die Technik machte schlapp. Doch manche Erlebnisse brennen sich ohnehin direkter ins Gedächtnis als jedes Bild.
Von Bischofswiesen nach Kirchberg
Früh am Morgen, um 6:50 Uhr, startete ich meine erste Etappe in Bischofswiesen. Die kühle Morgenluft und das sanfte Licht begleiteten mich auf den ersten Kilometern vorbei am stillen Hintersee – ein herrlicher Auftakt.
Bald schon begann der Anstieg zum Übergang nach Österreich. Über den Hirschbichl gelangte ich nach Weißbach bei Lofer. Die Landschaft wurde zunehmend alpiner, und kurze Zeit später begann eine längere Schiebestrecke. Leichter Nieselregen setzte ein und sorgte für eine mystische Stimmung auf dem Weg zum Römersattel. Der Pfad war stellenweise stark vom Wasser gezeichnet – einige Abschnitte waren regelrecht weggespült.
Nach der Überquerung des Römersattels gönnte ich mir eine Pause im Café s’Häferl. Bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Tee konnte ich neue Energie tanken – eine willkommene Stärkung.
Frisch aufgewärmt ging es weiter nach Fieberbrunn, wo der nächste Anstieg wartete: durch den Pletzergraben hinauf zur Lämmerbichlalm. Dort erreichte ich schließlich den höchsten Punkt der heutigen Tour. Und wie könnte man diesen besser feiern als mit einem weiteren Stück Kuchen, einer Johannisbeerschorle und einem starken Kaffee?
Die Abfahrt ins Tal war entspannt und bot wunderbare Ausblicke. Besonders eindrucksvoll: die Passage am Schwarzsee bei Kitzbühel – ein stiller, fast schon magischer Ort. Von dort aus war es nicht mehr weit bis zu meinem Tagesziel in Kirchberg.
Bei strahlendem Sonneschein ging es von Oberfellach ins Drautal und anschließend über den Goldeck nach Spital und schließlich meinem Endziel Villach. Fazit: Super Schnuppertour für Einsteiger. Da kann man Erfahrungen sammeln ohne sich im wilden Gelände unnötigen Gefahren auszusetzen.
Auf geht’s über die Glockner-Hochalpenstraße bis nach Oberfellach, leider spielte das Wetter auf beiden Seiten des Alpenhauptkammes nicht mit.
Ein ziemlicher Brocken. Um jedoch im Zeitplan zu bleiben war es nötig den Alpenhauptkamm zu erreichen.
Gesamt: 9886.29 km / 430803 hm
Verlegung
