Alpencross 2012 Etappe 03

Neuenkirchen – Reischach / 2302 hm, 93,2 km

Über die Krimmler Wasserfälle und den Tauernpass nach Südtirol

Heute ging es um 8:00 Uhr in Neukirchen los, mit Ziel Krimmler Wasserfälle – einem der imposantesten Wasserfälle Europas. Am Eingang zum Fußweg, der direkt an den Fällen entlangführt, erwartete mich ein kleines Kassenhäuschen. Ich wollte eigentlich Eintritt zahlen und zu Fuß weiter – doch das Rad hätte ich am Eingang stehen lassen müssen. Keine Option. Also blieb mir nur der Weg über die Versorgungsstraße.

Wenig einladend: ein enger, unbeleuchteter Tunnel – etwa 300 Meter lang. In dem Moment hatte ich absolut keine Lust, mich durch diese Röhre zu quetschen. Glücklicherweise entdeckte ich auf halber Strecke eine Möglichkeit, vom Fahrweg auf den Fußweg zu wechseln. So gelangte ich tunnel- und menschenfrei ins Tauerntal. Früh am Morgen war hier noch niemand unterwegs, und das erste Licht der Sonne machte die Szenerie trotz der frischen Temperaturen besonders stimmungsvoll.

Der Weg führte stetig bergauf, vorbei an rauschendem Wasser und immer weiter hinein ins Tal. Mein erstes Ziel: die Tauernhütte. Dort erwarteten mich Tee und ein Stück Kuchen – einfach, aber genau das Richtige. Kein einziger Radfahrer weit und breit. Nur ich, die Natur und der stetige Klang der Krimmler Ache, die mich Richtung Gletscher der Großvenedigergruppe begleitete.

Im oberen Abschnitt des Krimmler Achentals traf ich schließlich auf den alten Säumerweg. Im Rücken lagen nun die Wasserfälle und das weite Krimmler Tauerntal, vor mir die Alpenkulisse auf knapp 2000 Meter Höhe. Nach der letzten Alm war Schluss mit Fahren – ab hier war Schieben angesagt.

Ein Südtiroler, der mir entgegenkam, warnte mich: Die Südseite sei tückisch – feiner Schiefer und breite Abflussrinnen, perfekte Kombination für Reifenpannen. Seine Worte überzeugten mich, das Rad zu schieben und teilweise sogar zu tragen.

Bis zum Tauernpass waren es noch rund 750 Höhenmeter. Oben angekommen, öffnete sich der Blick zurück nach Österreich – und gleichzeitig voraus nach Südtirol. Hier bemerkte ich, dass sich der Reißverschluss meiner Satteltasche geöffnet hatte. Nur noch der Zipfel der Batterientüte schaute heraus – Glück gehabt.

Nach einer weiteren Schiebepassage von etwa 650 Metern auf rund 2000 Meter Höhe erreichte ich die Tauernalm. Dort traf ich auf vier Downhiller, die versuchten, die Route zu fahren. Ergebnis: sieben Reifenpannen – der Südtiroler hatte nicht übertrieben. Auch auf dem letzten Stück hinunter ins Ahrntal mussten noch einmal etwa 100 Höhenmeter geschoben werden – und die Downhiller hatten erneut einen Platten.

Ab hier ging es dann zügig bergab. Auf direktem Weg fuhr ich nach Bruneck und schließlich weiter nach Reischach, am Fuße des Kronplatzes, wo bereits meine Unterkunft wartete.

Gesamtstrecke: 84.29 km
Maximale Höhe: 2632 m
Gesamtanstieg: 3210 m
Gesamtzeit: 11:44:14
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