Reischach – Corvara / 3400 hm, 64,4 km
Von Reischach über den Kronplatz nach Corvara in Badia
Die Nacht verbrachte ich im Hotel Olympia in Reischach – kein Schnäppchen, aber absolut stimmig, was Preis und Leistung anging: moderner Wellnessbereich, Pool, alles da. Nur leider: keine Zeit für Entspannung. Der nächste Abschnitt wartete schon.
Punkt 8:00 Uhr ging es los – der Weg führte mich in zahlreichen Serpentinen steil hinauf auf den Kronplatz. Immer wieder wechselte ich die Seite, quälte mich höher, bis schließlich unterhalb der Bergstation auf etwa 2100 Höhenmetern Schluss war. Mein Körper streikte. Ich spürte grippeähnliche Symptome, hatte Schüttelfrost – und das bei fast 30 °C. Entweder waren es noch die nassen Klamotten vom Vortag oder einfach die Nachwirkungen der gestrigen Überquerung des Alpenhauptkamms. Wahrscheinlich beides.
Ich beschloss, die Etappe abzubrechen und fuhr rechts hinunter Richtung Furkelpass. Dort legte ich eine dringend nötige Pause ein – diesmal kein Kuchen, sondern eine ordentliche Portion Nudeln und gleich zwei Johannisbeerschorlen. Mein Körper brauchte Energie, Flüssigkeit und vor allem Wärme.
Nach der Rast ging es weiter über St. Vigil, zunächst wieder in Serpentinen, dann immer entlang der Skipiste, quer über den Kamm hinab nach Giogo Piccolo. Die Landschaft öffnete sich, die Temperaturen wurden angenehmer, und mit jeder Kurbelumdrehung schien es mir körperlich besser zu gehen.
Da ich mich dennoch noch nicht ganz fit fühlte, entschied ich mich für eine entspannte Abfahrt ins Tal und fuhr weiter nach Corvara in Badia. Auf der linken Seite begleitete mich dabei ein beeindruckender Anblick: die mächtige Kreuzkofelgruppe, hinter der sich die sagenumwobenen Fanes verstecken. Weiter vorne, über dem Tal, thronte der Sassongher, dessen schroffe Flanken bereits den Übergang zum Grödner Joch markieren.
In Corvara angekommen, checkte ich im Hotel Monti Pallidi ein. Der Blick aus meinem Zimmer: ein Panorama wie gemalt – Dolomiten pur. Und zum ersten Mal an diesem Tag konnte ich durchatmen. Körperlich war ich noch nicht ganz zurück – aber die Richtung stimmte wieder.
Maximale Höhe: 2137 m
Gesamtanstieg: 2688 m
Gesamtzeit: 08:03:48

























