Alpencross 2018 Etappe 06

Grosio – Breno 67 km, 1709 hm

Über den Passo del Mortirolo nach Breno

Heute zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite: strahlend blauer Himmel, klare Sicht – perfekte Bedingungen, um die nächste Etappe von Grosio nach Breno anzugehen.

Schon früh am Morgen war spürbar, dass es heute nicht nur eine landschaftlich reizvolle, sondern auch eine sportlich fordernde Etappe werden würde. Die Straße hinauf zum Passo del Mortirolo ist berüchtigt – nicht umsonst zählt dieser Anstieg zu den legendären Abschnitten des Giro d’Italia. Dementsprechend war ich nicht allein unterwegs: Zahlreiche Rennradfahrer schlängelten sich mit mir den Berg hinauf – jeder in seinem eigenen Rhythmus, aber alle mit demselben Ziel.

Der Aufstieg selbst hatte es in sich: 14 Kilometer, dabei über 1.130 Höhenmeter – stetig bergauf, aber nie eintönig. Immer wieder öffnete sich der Blick ins Tal, das in der Morgensonne golden leuchtete. Der Asphalt war in gutem Zustand, die Straße ruhig – nur das gleichmäßige Surren der Reifen und das Atmen der Mitfahrer begleiteten mich.

Immer wieder tauchten kleine Unterkünfte und Gasthäuser am Wegesrand auf – Hinweise darauf, dass diese Route nicht nur bei Profis beliebt ist, sondern auch bei Genussradlern, die es etwas gemächlicher angehen lassen.

Oben am Passo del Mortirolo, auf etwa 1.852 Metern, dann das obligatorische Gipfelfoto – ein kurzer Moment des Stolzes, bevor es auch schon wieder weiterging. Direkt hinter dem Pass entdeckte ich eine urige Bauernwirtschaft – genau das Richtige nach dem Anstieg. Ordentliche Portionen, hausgemacht und mit viel Liebe serviert. Eine Rast, die Körper und Geist gleichermaßen guttat.

Frisch gestärkt folgte anschließend die Abfahrt, die sich als lange Reise durch das Tal entpuppte: Über Monno, Edolo und Rino ging es durch wechselnde Landschaften – mal schroffe Felsen, mal grüne Wiesen, mal kleine Orte – stetig bergab bis nach Breno auf gerade einmal 400 Meter.

Eine Strecke von fast 50 Kilometern – gefühlt endlos, aber nie langweilig. Es war eine dieser Abfahrten, bei der man einfach rollen lässt, den Fahrtwind genießt und die vergangenen Höhenmeter langsam Revue passieren lässt.

In Breno angekommen, endete der Tag mit einem zufriedenen Blick zurück: auf eine sportliche Herausforderung, beeindruckende Landschaften und diese ganz besondere Mischung aus Anstrengung und Erfüllung, die man nur auf solchen Touren erlebt.

Gesamtstrecke: 71.29 km
Maximale Höhe: 1851 m
Gesamtanstieg: 1543 m
Gesamtzeit: 05:35:28
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